Die Steve-Jobs-Biografie — my two cents


Eines meiner Weihnachtsgeschenke war dieses Jahr die Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson.

Ich weiß, einem geschenkten Gaul schaut man nicht… ich habe mich auch wirklich sehr über das Geschenk gefreut (und das nicht, weil ich als Apple-Fanboy Steve Jobs ja per Dekret unbedingt vergöttern muss).

Nach den ersten 100 Seiten fällt mir aber an mehreren Stellen auf, dass die deutsche Übersetzung einfach nur grausam ist.

Beispiel gefällig?

“When you open the box of an iPhone or or iPad […]”

wird zu

“Wenn man das Gehäuse eines iPhone oder iPad öffnet […]”.

Ich dachte zunächst, hier wäre im Original tatsächlich von case die Rede, aber box mit Gehäuse zu übersetzen, ist schon wirklich grob fahrlässig. Gibt es nirgendwo bei Bertelsmann einen Lektor, der ein gewisses technisches Grundverständnis mitbringt? Das muss doch jemandem auffallen! Wer von den iPhone-Usern bei Bertelsmann hat schon mal sein Telefon geöffnet — ohne Spezialschraubenzieher?

Wie auch bei der Übersetzung englischsprachiger Serien ins Deutsche geht natürlich auch bei diesem Buch einiges an Wortwitz verloren. Eines der Kapitel heißt zum Beispiel “Garage Band”, ein Seitenhieb auf ein nicht ganz unbekanntes Stück Software aus dem Hause Apple. Im Deutschen ist der Begriff schnöde mit “Garagenteam” übersetzt worden.

Ansonsten liest sich der deutsche Text meinem Empfinden nach in weiten Teilen sehr holprig und nicht wirklich flüssig.

Wer das Buch noch nicht hat, sich aber dafür interessiert und der englischen Sprache halbwegs mächtig ist, dem empfehle ich daher lieber den Griff zum englischen Original: Steve Jobs: A Biography — das ist übrigens für die Preisfüchse unter uns sogar noch 8 Euro billiger als die Übersetzung.