Typische Szenen am Flughafen

Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF), Freitag Nachmittag. Zahlreiche Exil-Schwaben fliegen übers Wochenende zurück ins Ländle. Das Gate für den Flug nach Stuttgart ist einfach zu erkennen: es ist das einzige, an dem die Leute bereits 90 Minuten vor Abflug eine lange, nicht zu übersehende Schlange bilden.

Zunächst werden Passagiere mit Beeinträchtigungen und Familien mit kleinen Kindern zum Ausgang gebeten, danach die Passagiere mit den Bordkartennummern 1 bis 30 (Mist, ich habe die 31) und Inhaber der Germanwings-Card. Es bewegt sich eine kleine Menschenmenge (etwa 20 Leute) in Richtung Ausgang.

Aufruf der Passagiere mit den Bordkarten 31 bis 60. Ich packe mein Laptop zusammen und stehe langsam auf. Bis jetzt wurden fünf Passagiere vor mir abgefertigt, die Schlange wird nicht kürzer. Ich bitte höflich ein paar Leute, die weiterhin anstehen und keine Anstalten machen, sich zu bewegen, darum, mich vorbei zu lassen. Nachdem ich meine Bordkarte abgegeben habe, werden die Passagiere mit Bordkartennummern größer 60 aufgerufen. Hinter mir geht das Hauen und Stechen los. Auf dem 50-Meter-Fußmarsch zum Flugzeug werde ich von drei gehetzten Schlipsträgern überholt. Sie haben wohl Angst, dass das Flugzeug ohne sie losfliegt. Da sie vorne und ich hinten einsteige, treffen wir uns wieder, als ich bereits einen schönen freien Sitzplatz am Fenster gefunden und sie sich durch den Mittelgang nach hinten durchgekämpft haben. Der Stress hat sich richtig gelohnt.

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