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28 Dec

Die Steve-Jobs-Biografie — my two cents



Eines meiner Weihnachtsgeschenke war dieses Jahr die Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson.


Ich weiß, einem geschenkten Gaul schaut man nicht… ich habe mich auch wirklich sehr über das Geschenk gefreut (und das nicht, weil ich als Apple-Fanboy Steve Jobs ja per Dekret unbedingt vergöttern muss).

Nach den ersten 100 Seiten fällt mir aber an mehreren Stellen auf, dass die deutsche Übersetzung einfach nur grausam ist.

Beispiel gefällig?

“When you open the box of an iPhone or or iPad […]”

wird zu

“Wenn man das Gehäuse eines iPhone oder iPad öffnet […]”.

Ich dachte zunächst, hier wäre im Original tatsächlich von case die Rede, aber box mit Gehäuse zu übersetzen, ist schon wirklich grob fahrlässig. Gibt es nirgendwo bei Bertelsmann einen Lektor, der ein gewisses technisches Grundverständnis mitbringt? Das muss doch jemandem auffallen! Wer von den iPhone-Usern bei Bertelsmann hat schon mal sein Telefon geöffnet — ohne Spezialschraubenzieher?

Wie auch bei der Übersetzung englischsprachiger Serien ins Deutsche geht natürlich auch bei diesem Buch einiges an Wortwitz verloren. Eines der Kapitel heißt zum Beispiel “Garage Band”, ein Seitenhieb auf ein nicht ganz unbekanntes Stück Software aus dem Hause Apple. Im Deutschen ist der Begriff schnöde mit “Garagenteam” übersetzt worden.

Ansonsten liest sich der deutsche Text meinem Empfinden nach in weiten Teilen sehr holprig und nicht wirklich flüssig.

Wer das Buch noch nicht hat, sich aber dafür interessiert und der englischen Sprache halbwegs mächtig ist, dem empfehle ich daher lieber den Griff zum englischen Original: Steve Jobs: A Biography — das ist übrigens für die Preisfüchse unter uns sogar noch 8 Euro billiger als die Übersetzung.



4 Responses to “Die Steve-Jobs-Biografie — my two cents”

  1. Marcus on Dec 28, 2011 | Reply

    Na das trifft sich ja gut. Ich habe die Biografie auch bekommen – ebenfalls in der deutschen Übersetzung.

    Ich habe aber noch nicht mit dem Lesen begonnen… das kann ja lustig werden ;)

    Zum Glück ist der Originaltext im iBooks-Store nur einen Klick entfernt…

  2. cruiser on Dec 28, 2011 | Reply

    Damit habe ich ehrlich gesagt gerechnet und den Schinken gleich in Englisch bestellt. Bin fast durch …

  3. Fred on Dec 29, 2011 | Reply

    Nicht, dass ich das jetzt bei besonders vielen Sprachen machen könnte, aber zumindest beim Deutschen und Englischen lese ich Bücher vorzugsweise in der Originalsprache. Ich fände es lächerlich, ein deutsches Buch in der englischen Übersetzung zu lesen. Anders herum tut mir die mangelhafte Übersetzung oftmals ernsthaft weh, sodass ich auch dort lieber das Original bevorzuge. Obwohl die zwei von JP genannten Beispiele doch zugegeben deutlich übler sind, als ich das normalerweise bei Übersetzungen feststelle.

  4. Jean Pierre on Jan 22, 2012 | Reply

    Heise titelt heute: “Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in Sachsen hat auf Fehler in der deutschen Fassung des Buch-Bestsellers über das Leben des Apple-Gründers Steve Jobs hingewiesen.”

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Silikon-und-Sprengstoff-Uebersetzungsfehler-in-Jobs-Biografie-1418764.html

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