GMAIL-BETAPHASE BALD VORBEI?
GMail schmeißt die Invites gerade nur so zum Fenster raus.
Fast jeder GMail-Kunde, den ich kenne, hat 50 Invites übrig und der Gmail Invites Spooler quillt auch schon über.
Hm. Bedeutet das vielleicht, dass GMail bald für jedermann offen ist? Oder ist das nur exzessives Guerilla-Marketing?
DES WAHNSINNS FETTE BEUTE
Habe vorhin einen Anruf zu einer 0800-Nummer (in der Schweiz) getätigt. Bin nach Irland verbunden worden. Dort mit einem deutschen Call-Center-Agenten gesprochen. Kurze Zeit später 2750 Franken ärmer, aber um einige Glückshormone reicher geworden:
Ich habe heute ein 15"-Powerbook bestellt. Wird gerade noch gebaut, ich werde es vermutlich erst in zwei Wochen bekommen, aber ich freue mich jetzt schon, wie ein kleines Kind auf Weihnachten.
Nachdem ich ja bereits mit dem PowerMac G3 B&W die ersten Mac-Erfahrungen gesammelt habe und zu meiner großen Freude feststellte, dass es alle Programme, die ich benötige auch für Mac bzw. als Pendant dazu gibt, springe ich nun also ins kalte Wasser und sage Windows auf dem mobilen Arbeitsplatz “Bye-bye”.
JEDER STUDENT KANN "JEDEN MONAT FÜR HUNDERT EURO AUF ETWAS VERZICHTEN"...
… sagt Bayerns Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel.
Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von EUR 9.000,- ist das sicherlich kein Problem, da kann ich auch auf EUR 100,- im Monat verzichten. (Wie ich auf 9.000 Euro komme? Ganz einfach: Strafbefehl gegen Herrn Dr. Goppel wegen Unfallflucht, Tagessatz 30 Euro. Der Tagessatz entspricht 1/30 des Netto-Monatsgehalt, 30 * 300 Euro = 9.000 Euro)
Bitte erklären Sie mir, wie der Durchschnittsstudent von seinen verfügbaren 500 Euro monatlich ein Fünftel einsparen soll, wenn er seine Miete pünktlich bezahlen muss und ohnehin nur bei Lidl, Aldi und Co. einkauft.
Wann haben Sie das letzte Mal bei einem Studenten Nachhilfe für ein Traumgehalt von 50 Euro pro Stunde gegeben (oder genommen), um mit zwei Stunden Arbeit pro Monat das Studium zu finanzieren?
Bei solch einem Stundenlohn würde ich ja jetzt schon (Vollzeit/brutto) fast soviel verdienen wie Sie im Monat netto in der Tasche haben! Und das als Student ohne Abschluss. Wahnsinn.
Ich weiß ja nicht, welche Studentenlöhne in Bayern vorherrschen, aber in Berlin liegt der durchschnittliche Stundenlohn für (qualifizierte, fachnahe) Studentenjobs bei max. 7 Euro.
Nein, ich bin mir nicht zu schade dafür, 14 zusätzliche Stunden pro Monat in meine Bildung zu investieren. Mir geht nur das blöde Gelaber auf den Keks, dass es allen Studenten doch sowieso zu gut gehe und die doch bitteschön mal arbeiten sollen.
Wenigstens verbürgt sich Herr Dr. Goppel, “die Einnahmen [würden] komplett den Universitäten zu Gute kommen”. Das ist doch schonmal was.
Auch wenn DIW-Chef Klaus Zimmermann damit rechnet, dass 500 Euro nur der Anfang sind und Gebühren in Höhe von 2.500,- Euro pro Semester für realistisch hält.
GOODBYE, "BILDUNGSNATION" DEUTSCHLAND
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat entschieden, dass das bundesweite Verbot von Studiengebühren die Gesetzgebungsrechte der einzelnen Bundesländer verletzt und somit den Weg für Studiengebühren geebnet. (Siehe dazu Artikel in der Welt und dem Spiegel)
In Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg haben die Landesregierungen den Gesetzesentwurf schon in der Schublade und es wird nur eine Frage der Zeit (der vermutlich sehr kurzen, denn nun hat man es ja hochoffiziell, dass man die Studenten melken darf) sein, bis jeder Student kräftig blechen darf.
Mir drängen sich bei diesem Thema (mal wieder) ein paar Fragen auf:
Was passiert mit dem Geld? 500 Euro pro Semester pro Student ist nicht gerade wenig. Werden damit die Haushaltslöcher gestopft und die Unis verwahrlosen weiterhin?
Was ist mit Studenten, die BAföG beziehen? Erhöht sich das automatisch um 500 Euro? BAföG-Bezieher haben es ja amtlich, dass sie die Knete nicht sonderlich dicke haben. Woher sollen sie die Studiengebühren nehmen?
Was wird aus den Studenten, die kein BAföG erhalten? Und damit meine ich jetzt nicht solche, die das Geld von Mama und/oder Papa wie Zucker in den Hintern geblasen bekommen und morgens mit dem Benz an der Uni vorfahren.
Nehmen wir mal den (vollkommen konstruierten und unwahrscheinlichen) Fall an, dass eine Familie zwei Kinder hat, die studieren. Das eine Kind ist (studienfachbedingt) ans andere Ende Deutschlands gezogen, das andere Kind hat glücklicherweise einen Studienplatz an einer Uni bekommen, die vom Wohnort aus in halbwegs erträglicher Zeit zu erreichen ist und wohnt daheim.
In der Familie verdienen zwar beide Elternteile, allerdings sind z.B. Belastungen durch die Finanzierung des Alterswohnsitzes (nein, nicht die Finca auf Mallorca, sondern eine durchschnittliche Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus) vorhanden und werden bei der BAföG-Berechnung schlichtweg nicht berücksichtigt, was einen negativen BAföG-Bescheid zur Folge hat.
Beide Kinder zahlen also ab nächstem Semester 500 Euro Studiengebühren, das summiert sich dann auf eine zusätzliche jährliche Belastung von 2000 Euro. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Ich zahle ab nächstem Semester in Berlin 250 Euro pro Semester. Noch ohne Studiengebühren. Das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr verteuert sich in der nächsten Zeit pro Semester um 30%. Gleichzeitig kann ich leider nicht behaupten, dass mein Gehalt ebenfalls solche Entwicklungen mitmacht.
Glücklicherweise haben Unternehmen aus dem Kreditwesen die Marktlücke schon ausgemacht: Ein Student kann sich ja schon vor dem Einstieg in das Arbeitsleben mit mindestens 5.000 Euro (ausgehend von einer Studiendauer von 10 Semestern) verschulden, das ist ja alles halb so wild. Schließlich basiert ja auch die ganze amerikanische Wirtschaft nur auf Krediten und da geht das ja auch gut. Armes Deutschland.
Nachtrag: Bei Kristian lese ich gerade: “[…] ich finde das richtig gut. Dann aber auch mit Studenten als zahlende Kunden.” – Richtig. Der Student darf als Kunde auch etwas für sein Geld verlangen. Und da ist die deutsche Hochschullandschaft derzeit (zumindest aus meiner Sicht) noch meilenweit von entfernt (wenigstens gibt es einige wenige rühmliche Ausnahmen).
ICH WERDE ALT
Gerade mal wieder zu langsam umgeschaltet, um der MTV-Klingelton-Werbung zu entgehen.
“Der ZED Lovecheck: sende Deinen Namen und Dein Geburtsdatum sowie …”
Nebendran ist eine Illustration mit zwei Namen und zwei Geburtsdaten… Da steht doch glatt 1987 und 1989… Mein Gott, fühl ich mich jetzt alt…
Nachtrag: Ich werde wenigstens nicht alleine alt: Helaron gehts genauso